Geteilter Himmel
Die Sonne verkündete das Aufziehen des Sturmes- von
jeher
Wohlbekannt, wiederkehrend und doch so unerwartet.
Der Mensch vergisst so schnell.
Und auf der Flucht vor dem Schmerz vergisst er dessen
Existenz.
Geheimnis, unergründet, viel zu klar.
Der Schein trügt nicht mehr, er ist nur noch.
Widerspruch – Lebenselexier?
Schwarz rote Wolken, der Tod berauschend schön.
Was ist schon ein Tod, den man am Leben stirbt?
Regen gerinnt, Fragmente bleiben.
Elemente tanzen miteinander, der Weg war nie das Ziel.
Die Vergangenheit wird zur Zukunft, Gegenwart war
eben- nur ein Traum.
Schlafender Sturm- wo ist Deine Macht?
Die Wahrheit verteidigt sich, ihre Bestimmung ist nie,
zu sein.
Spiegelglas gefriert- auch ein Sonnenleben ist
vergebens.
Die Ewigkeit ist endlich.
Dem Leben die Freiheit geschenkt.
Himmel, wo ist Dein Gesicht?
Sinnbild Deiner Seele, Leere des Seins.
Verwaschener Zauber, Feuer hört nie auf zu brennen.
Die Zeit steht still, jedes Fliehen machte Sinn.
Doch nichts war vergebens, wir werden fallend geboren.
Tod ist der Anfang, Himmel, lachst Du?
Existenz ist Seelenwanderung, ihr verlorenes Kind hat
sich längst gefunden.
Wieviel die Sterne von unserem Dasein vergessen, ihr
Mund schweigt zitternd.
Kalte Rose, wie können Deine Stacheln verletzen, wenn
sie aus Gummi sind?
Kette aus Eis- Kreislauf des Nichts.
Verlier nie Deinen Weg.
Das Blut des Himmels ungewaschen.
Gesichter können nicht ohne Herzen leben.